Was ist (Agro-)Gentechnik?

Mit einer solchen "Gen-Kanone" werden Metallpartikel, an denen DNA hängt, in die Zellen von Pflanzen oder Tieren geschossen (Foto: Kristof Vrancken , z33.be/node/3811 , creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/de/)

Bei gentechnischen Verfahren wird DNA aus einem Organismus in einen anderen übertragen: zum Beispiel aus einer Pflanze oder auch aus Bakterien oder Tieren in die Zellen von Mais, Soja, Raps, Gemüse oder auch landwirtschaftlichen Nutztieren.

Dies geschieht üblicherweise auf zwei Arten: Entweder werden die isolierten Genkonstrukte mit Hilfe von Bakterien auf eine Pflanze übertragen (Gen-Transfer mittels Bakterien) oder mit der sogenannten Gen-Kanone/Schrotschussverfahren in die Pflanzenzellen geschossen. Beide Verfahren sind ungenau. Man weiß erst hinterher, an welcher Stelle die Gene eingebaut werden und wie sie dort wirken.

Deshalb kommt es häufig zu unvorhersehbaren Nebeneffekten. Es braucht Tausende Versuche, um ein gewünschtes Resultat zu erzielen. Damit eine Pflanze funktioniert, müssen unzählige Gene zusammenspielen. Diese natürliche Genregulation wird durch gentechnische Eingriffe gestört.

Die Gen-Kanone

(Grafik: Rachel Brooks (own work) , bit.ly/25hedfZ , creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

1. Die "Gen-Kanone" wird über dem Pflanzenmaterial positioniert. Auf einem Träger liegen Metallpartikel (oft Gold), an denen die gewünschte DNA haftet.

2. Die "Gen-Kanone" wird eingeschaltet, Gas (Helium) strömt mit hoher Geschwindigkeit (mehr als 1000 Meter pro Sekunde) aus.

3. Das Gas presst die Metallpartikel mit der DNA durch das Sieb, diese werden in die Zellen geschossen. Der Träger bleibt am Sieb zurück.

4. Die DNA tritt durch die Zellwand in den Zellkern und wird dort nach dem Zufallsprinzip ins Genom eingebaut.

Das Verfahren wird hauptsächlich bei Pflanzenzellen verwendet, um neben der Zellmembran auch die Pflanzenzellwand zu durchdringen. Die meisten Zellen sterben bei dem Verfahren ab. Nur einige wenige Zellen überleben. (biotechnologie.de)

Mit diesen Genkanonen kann Genmaterial in Zellen eingeschleust werden. Die Positionierung bleibt dem Zufall überlassen. (Bild: Agencia de Noticias/Unimedios)

Agro-Gentechnik umfasst die Gentechnik, die den Agrar-Bereich betrifft, also die Landwirtschaft. Bisher haben hauptsächlich einzelne Sorten der Nutzpflanzen Mais, Soja, Raps und Baumwolle durch die Übertragung fremder Gene neue Eigenschaften bekommen. Fast alle Gentechnik-Pflanzen sind entweder so verändert, dass sie selbst ein Gift gegen Insekten bilden oder gegen Unkrautvernichtungsmittel widerstandsfähig sind.

Die meisten Gentechnik-Pflanzen gehen ins Tierfutter, werden zu Agrarsprit vergoren oder zu Textilien verarbeitet (Baumwolle).

Im Gegensatz zur klassischen Züchtung werden bei gentechnischen Verfahren natürliche Artgrenzen überschritten. In der Regel werden Genkonstrukte übertragen, die aus mehreren Genen bestehen – insbesondere von Bakterien und Viren, aber auch von Pflanzen und Tieren. Bei der klassischen Züchtung wird das gesamte Erbmaterial der Eltern neu kombiniert. Bei der Gentechnik werden einzelne kleine Teile ausgetauscht.

Wikipedia Warnhinweis

Beim Online-Lexikon Wikipedia dominiert die Pro-Gentechnik-Sicht. Die Texte scheinen alle systematisch von Gentechnik-Befürwortern überarbeitet zu werden. Oft wird auf den Diskussions-Seiten dazu eine Auseinandersetzung geführt. Hinterfragen ist also angesagt und bei Zweifeln lieber mal auf die Diskussions-Seite schauen!