Gentechnik in Lebensmitteln

(Foto: pixabay, CC0)

Da die Mehrheit der Verbraucher "Gen-Food" ablehnt, scheuen sich Hersteller und Händler, Produkte anzubieten, bei denen der Einsatz von Gentechnik gekennzeichnet werden muss. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Cornflakes aus genverändertem Mais hergestellt sind. Seit 2004 müssen Lebensmittel, die direkt aus Gentechnik-Pflanzen hergestellt wurden, entsprechend gekennzeichnet sein. Im Kleingedruckten steht dann „gentechnisch verändert“ oder „aus genetisch verändertem ... hergestellt“. Allerdings gilt die Pflicht zur Kennzeichnung nicht überall. Deswegen wird Gentechnik dort eingesetzt, wo es nicht auffällt: Im Futtermittel.

Die meisten Rinder und Schweine in der Landwirtschaft in Deutschland werden mit importierter Gentechnik-Soja gefüttert. Aber die Produkte – Fleisch, Wurst, Milch, Käse – müssen nicht gekennzeichnet werden.

Seit 2008 gibt es die neue „Ohne-Gentechnik-Kennzeichnung“. Mit dieser freiwilligen Kennzeichnung zeigen einige Hersteller, dass sie z.B. Milch ohne Gentechnik-Soja im Futtermittel herstellen. Wie bei Bioprodukten kann man bei dem Ohne-Gentechnik-Label sicher sein, dass die Produkte sehr weitgehend ohne Gentechnik hergestellt wurden. Geringe Verunreinigungen lassen sich jedoch nie vermeiden, wenn in der Nähe Gentechnik angebaut wird.

Lebensmittel mit/ohne Gentechnik

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit allen Produkten zusammengestellt, die bereits die "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung tragen.

Greenpeace hat außerdem Hersteller befragt, ob ihre Lieferanten Gentechnik-Pflanzen im Futter einsetzen. Die Ergebnisse findet ihr in den Einkaufsratgebern „Milch für Kinder“ und „Essen ohne Gentechnik“.

Weitere Informationen zu Gentechnik in Lebensmitteln in diesem Dossier.

Welche Gentechnik-Lebensmittel sind zugelassen?

Dieses Sedina-Pflanzenöl enthält gentechnisch veränderte Soja. (Foto: Infodienst Gentechnik)

Gentechnik-Lebensmittel müssen von der EU zugelassen werden. Die Zulassung erfolgt für ein Genkonstrukt (sogenannte „Events“). In der EU sind nur Events für einzelne Sorten von Soja, Raps oder Mais zugelassen. Verunreinigungen mit diesen Genkonstrukten in Produkten, die ohne Gentechnik hergestellt worden sind, werden vom Gesetz bis 0,9 % toleriert. Allerdings gibt es faktisch keine Produkte, die mehr als 0,1 % an GVO-Spuren enthalten.

Liste der europäischen Behörde für zugelassene bzw. beantragte Gentechnik-Lebens- und Futtermittel

Greenpeace führt eine Liste mit Gentechnik-Produkten, die in Supermärkten gefunden wurden. Es handelt sich meist um Produkte in Asia-Läden oder Speise-Öle für die Gastronomie:
Greenpeace: Gen-Alarm-Liste

Staatliche Kontrolleure sind für die Überprüfung zuständig, ob Lebensmittel unerlaubt Gentechnik enthalten. Aber immer wieder decken auch engagierte Verbraucher oder Umweltorganisationen Verstöße auf. Beispielsweise wurden Speiseöle aus Gentechnik-Soja in Restaurants gefunden, die auf der Speisekarte nicht gekennzeichnet wurden.

Für nicht zugelassene Gen-Konstrukte gilt eine Nulltoleranz. Produkte, in denen auch nur die kleinste Spur davon gefunden wird, dürfen nicht mehr verwendet werden. Sie können bspw. aus Freisetzungsversuchen stammen und sich unkontrolliert ausbreiten.